Geschichtliches

Das Kalchofengut befindet sich in Unken und ist ein Mitterpinzgauer Einhof aus dem 16. Jahrhundert. Das Wirtschaftsgebäude und das Wohngebäude befinden sich unter einem Dach.

Eine Besonderheit sind die Steinlaibungen aus heimischen Konglomerat, die Totenbretter an der Rückseite oberhalb des Scheunentors und der Marmor der Haustüre, der Fenster und der Vorderfront.

1. Die Aufteilung des Kalchofenguts Unken

Das Wirtschaftsgebäude besteht aus zwei Ställen, oberhalb der Ställe befindet sich eine große Scheune (Rem). Diese ist bis zum Dach offen.

Das Erdgeschoss des Wohnhauses besteht aus einer Stube, einer Rauchküche, einem großen Flur und zwei Kammern, von denen eine als (moderner) Wirtschaftsraum genutzt wird. Im Obergeschoss befindet sich ein Gang und auf jeder Seite zwei Kammern. Weiter aufwärts über eine schmale Holztreppe gelangt man auf den großen Dachboden. Das Dach hat eine Fläche von 420 qm. Es ist mit Lärchenschindeln eingedeckt. 

Die Rauchküche und die Stube bieten dasselbe Bild wie schon vor dem I. Weltkrieg. In der Sakralkammer findet man heimische Skulpturen von Heiligen und Gegenstände der Volksfrömmigkeit. Wunderschöne bemalte Bauernschränke aus dem 19. Jahrhundert befinden sich in der sogenannten "Schönen Kammer", weiters befindet sich hier eine alte Bettstatt und ein Kinderwagen aus Urgroßmutters Zeiten.

Objekte der Acker- der Vieh- und der Holzwirtschaft findet man in der Scheune. 

2. Eigentümerwechsel

Der Museumsverein Festung Kniepass in Unken hat 2009 das Kalchofengut Unken durch Kauf erworben. Finanziert wurde der Kauf durch Förderungen: Fürstentum Liechtenstein EUR 65.000, Stiftung Propter Homines Vaduz; Land Salzburg EUR 50.000 und Gemeinde Unken EUR 25.000.

Am 20. Februar 2009 unterschreiben in Anwesenheit des Notars MMag. Dr. Hansjörg Brunner Katharina und Ing. Walter Haider als Verkäufer, Obmann Prof. Josef Leitinger und Kassier Siegfried Kammel als Käufer den Kaufvertrag. Durch Schenkung und Förderungen konnte der Verein die zum Kauf erforderlichen Mittel aufbringen.

Als geladene Gäste nehmen an dem historischen Ereignis  teil: von der Familie Altbauer Waldemar und Altbäuerin Veronika, Sohn Walter, Marianne und Steff Herbst; als Gemeindvertreter Bürgermeister Franz Ensinger, Gemeinderat Johann Flatscher; die Museumsleute Josef Friedl und Hermann Mayrhofer, Leogang; die Nachbarn Gertrude und Josef Haitzmann; das Bläsertrio Toni Herbst, Ernst Flatscher, Alois Lidicky; der Kanonier Peter Haider; weitere Vorstandsmitglieder Albert Hinterseer, Helmut Friedl, Martin Fuchs und Fotograf Walter Schweinöster.

Vor der Vertragsunterzeichnung zeigt der Obmann kurz die Geschichte des Kalchofengutes und die Kaufgründe auf.   Nach der Amtshandlung stoßen alle auf das Wohl der Stiftung Propter Homines, des Landes Salzburg und der Gemeinde Unken an, und Peter Haider feuert drei Schüsse nach drei Richtungen ab. Von Beginn an und bis zum Verhallen der Schüssen sorgen die Musikanten für einen  würdigen und fröhlichen Rahmen. Die Hausleute müssen bald zur Stallarbeit, doch zuvor werden die Tische noch reichlich mit Hausgemachtem gedeckt. Beim Dämmern leert sich allmählich die Stube.

1650 wird Christian Percht Besitzer des Kalchofenguts. Zwölf Generationen sichern über dreieinhalb Jahrhunderte bis 2009 den Erhalt des Hofs.